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Kinderfreizeit 2018! Es sind noch Plätze frei!!

Gott wird bei uns wohnen
Gespräch mit Superintendent Alfred Hammer

Meschede. Am ersten Advent 2017 begann das neue Kirchenjahr. Zum vorletzten Mal lud Alfred Hammer, eine Woche zuvor erneut zum Superintendenten gewählt, Ehrenamtliche aus dem Kirchenkreis Arnsberg zum Neujahrsempfang ein. Er bedankte sich bei allen für ihr Engagement. Besonders hob er die für viele oft unsichtbare Arbeit der ehrenamtlichen Notfallseelsorger hervor.
„Erstens kommt es anders, uns zweitens als man denkt. Dieses Sprichwort setzte er als Motto über seiner Andacht, die aufforderte, auf Gottes Wirken in der Welt zu vertrauen.
Hammer hält im Vertrauen auf Gottes Wirken Rückschau auf die hinter ihm liegende Zeit  als Superintendent und auf das vor ihm liegende Amtsjahr:

1.Was war das Wichtigste, das du in den letzten Jahren erreicht hast?
Die acht Jahre als Superintendent waren eine Zeit, in der Impulse gesetzt werden konnten. Die Arbeit an den Themen „Pfarrbild“ mit der Erarbeitung eines Zeitstundenmodells für den Dienst der Pfarrerinnen und Pfarrer, die Entwicklung der Kirchenkreiskonzeption, die Zusammenführung der Kirchenkreise Arnsberg und Soest, die Bildung der neuen Verwaltung, die Mitarbeit im Verwaltungsrat der Diakonie-Ruhr-Hellweg . Daran mitarbeiten zu können, war für mich Herausforderung aber auch Geschenk. Ausdrücklich betone ich, dass die Ergebnisse der Arbeit nur deshalb erbracht werden konnten, weil ich in ein Team eingebunden bin, das mit mir die Dinge vorangebracht hat. Ich meine die Mitglieder des KSV, der AGsD, des Projektbüros, der Verwaltung und viele Menschen im KK Soest. 

Du bist  Superintendent und Gemeindepfarrer, tanzt also gleichzeitig auf zwei Hochzeiten. Welche Vor-und Nachteile siehst du?
Ein Superintendent im Nebenamt ist immer in der schwierigen Situation, als Dienstvorgesetzter der Pfarrerinnen und Pfarrer und als Aufsichtführender zugleich Mitglied im Pfarrteam und im örtlichen Presbyterium zu sein. Das kann den Amtsträger in schwierige Situationen bringen. In meiner Amtszeit ging es gut, weil das Pfarrteam, in dem ich mitarbeite, sehr verständnisvoll ist. Dennoch bleibt es immer ein Spagat.

Gab es Enttäuschungen? Wenn ja, was hilft dir, mit diesen zu leben?
Echte, tiefgreifende Enttäuschungen gab`s Gott lob nicht. Zu den kleinen, vielleicht auch nur gefühlten Enttäuschungen gehört, dass nach dem Amtsantritt vor acht  Jahren einige Pfarrer und Pfarrerinnen,  die mir vorher sehr vertraut waren, auf Distanz zum Superintendenten gegangen sind. Das verstehe ich, denn nun nahm der  „Bruder Hammer“ eine neue Rolle ein, wozu auch die des Dienstvorgesetzten gehört.  Im Laufe der Zeit hat mich das nicht mehr befremdet.

Ein Jahr Kirchenkreis Arnsberg liegt vor dir: Was wirst du anstoßen? Was willst du zu Ende bringen?
Es sind zwei Aufgaben, die sich mir stellen: a)Die Strukturen für den neuen Kirchenkreis so gut vorzubereiten, dass die Arbeit nach dem 1.1.2019 gut beginnen kann. Dazu braucht es die Entwicklung von Konzeptionen für die unterschiedlichen Arbeitsbereiche.
b) Was noch fehlt ist die theologische Arbeit zur Frage: Welches biblische Bild steht für den neuen KK. Ich meine damit, dass es um die Suche
nach einer biblischen Vision für den neuen KK gehen soll. Ich habe der Herbstsynode dazu  einen Impuls gegeben. Ich werde sehen, was daraus wird.

Gibt es schon Pläne für einen feierlichen Abschied?
An einen feierlichen Abschied denke ich nicht, sehr wohl aber an einen festlichen Gottesdienst. Viele Reden anzuhören, ist mir keine Freude. Was ich so mitbekommen habe bei Verabschiedungen in den zurückliegenden Jahren denke ich: So gut kann kein Mensch sein. Aber gemeinsam Gott zu danken und ihn zu loben dafür, dass ich in der Kirche Jesu Christi mitarbeiten konnte, daran liegt mir.

Was hilft dir, Abschied zu nehmen?
Alles hat sein Zeit: arbeiten und ausruhen, aktiv sein und Muße finden, mehr Zeit für die Familie zu haben und für Dinge, die zu kurz kamen … Alles h a t t e seine Zeit und alles h a t seine Zeit. Dass ich Pastor bleibe – wie es in der Entpflichtung heißt – das gefällt mir. 

Stell dir Evangelische Kirche im Jahr 2038 vor? Welche Bilder kommen dir?
Sie wird Kirche Jesu Christi sein und bleiben. Es wird in ihr verkündigt und gefeiert, Menschen werden begleitet. Sie wird wichtig bleiben für die Menschen u n d für die Gesellschaft. Sie wird ökumenischer sein, will heißen in jeder Stadt, in jedem Dorf wird es eine Kirche oder Begegnungsstätte geben und sie wird von Menschen unterschiedlicher Konfessionen mit Leben gefüllt. Wir werden an einem Tisch das Abendmahl feiern! Ich habe keine Angst davor, dass die Kirche kleiner wird: „Gott wird bei ihr wohnen und alle werden sein Volk sein!“

Die Fragen stellte Kathrin Koppe-Bäumer

Bilder: Kathrin Koppe-Bäumer

 

BU:

1         und 1-alternativ: Superintendent Alfred Hammer erinnert sich und blickt nach vorn.

2         Alfred Hammer mit ehrenamtlichen Notfallseelsorgern