Aufsetzung des Turmkreuzes der Emmauskirche

Am Donnerstag, dem 15. Juli kehrte das restaurierte Turmkreuz der Emmauskirche zurück auf die Kirchturmspitze. Mit einem Gottesdienst begleiteten rund 60 Menschen dieses besondere Ereignis. Der kurze Filmclip gibt einen Eindruck vom Geschehen. Interessierte haben die Möglichkeit, die Predigt hier nachzulesen.

Lesung

Baukirchmeister Artur Radke liest folgenden Abschnitt

aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 1, 18-21

 

Die Botschaft vom Kreuz erscheint denen,

die verloren gehen, als eine Dummheit.

Aber wir, die gerettet werden,

erfahren sie als Kraft Gottes.

Denn in der Heiligen Schrift steht:

»Ich will die Weisheit der Weisen auslöschen

und von der Klugheit der Klugen nichts übrig lassen.«

Wo sind jetzt die Weisen, wo die Schriftgelehrten,

wo die wortgewaltigen Redner unserer Zeit?

Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt

als Dummheit entlarvt?

Die Weisheit Gottes zeigt sich in dieser Welt.

Aber die Welt hat ihn mit ihrer Weisheit nicht erkannt.

Deshalb hat Gott beschlossen,

durch eine scheinbar unsinnige Botschaft

alle Glaubenden zu retten.

Predigt

 

Pfarrer Markus Pape

 

 

Gnade sei mit uns und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus

 

Vor einigen Tagen sagte unser Sohn Silas bei einem Besuch der Baustelle: „Papa, der Turm sieht schon komisch aus, so ohne Kreuz, der hat irgendwie kein Ende.“

 

Und wenn ich so hinaufschaute, dann musste ich zugeben: er hat recht.

Dabei ist das Kreuz nicht das Ende, sondern der Anfang. Obwohl das von Anfang an der Streitpunkt war…

 

Ist das Kreuz Ende? Das Ende des Lebens Jesu? So hätten es seine Feinde gern gesehen. Die Feinde der Liebe und der Vergebung. Die selbstgerechten die Leugner der frohen Botschaft, die ihrer eigenen Macht mehr trauten als der Macht Gottes.

 

Oder ist das Kreuz ein Anfang? So haben es die Jünger und FreundInnen Jesu nach seiner Auferstehung gesehen. Durch das Kreuz ist Jesus in ein neues Leben gegangen, das kein Tod und keine Gewalt dieser Erde mehr zerstören kann.

 

Ich denke: Das Kreuz ist Ende und Anfang zugleich. Es steht zwischen Vergangenheit und Zukunft. Es ist unser Weg zum Himmel.

 

Deshalb ist es gut, dass es die Spitze unseres Kirchturms krönt. Denn bliebe es allein auf der Erde stehen, wäre es allein ein Erinnerungszeichen für die Grausamkeit des Todes. 

Aber dort an der Schnittstelle zwischen Himmel und Erde wird es zum Verbindungszeichen des Gewesenen und der Zukunft, die uns allen verheißen ist.

 

Und deshalb ist es auch gut, dass es vergoldet ist. Nach all unserem hin und her überlegen. Denn dieses Kreuz hat eine wertvolle Botschaft zu sagen.

Gott ist diese Welt nicht egal, Gott seid ihr Menschen nicht egal, sonst hätte er all das nicht getan, was durch seinen Sohn geschehen ist

 

So bleibt das Kreuz gleichzeitig Teil dieser Welt und es strahlt zugleich das Licht der kommenden Wirklichkeit wieder.

Ein Licht, das wir nicht nur erhoffen, sondern das uns leiten will schon in dieser Zeit, hier unten auf der Erde.

 

-         Diese Erde, auf der wir unsere Zeit bestehen sollen.

 

-         Diese Erde, die Gott am Herzen liegt, weil die Natur die Schönheit seiner schöpferischen Kraft widerspiegelt

 

-         Diese Erde, die Gott mit uns verwandeln möchte zu einem Ort des Lebens und nicht des Todes. Zu einem Ort an dem alle zu ihrem Recht kommen und nicht wenige Reiche und Mächtige auf Kosten von Millionen von Menschen leben.

 

Amen.

Gebet

Christus, dein Kreuz spricht zu uns und zur Welt.

Als du für uns starbst,

nahmst du auf dich

die Schmerzen und die Wunden

der ganzen Schöpfung.

 

Die Arme deines Kreuzes

Sind ausgestreckt zur Versöhnung

für die zerbrochene Welt.

 

Du hast Frieden Gottes mit uns geschlossen.

Wenn wir dein Werk der Versöhnung fortführen

Leben wir in Frieden mit dir und untereinander.

Hilf uns dazu.

 

Lass uns deinen störenden und aufrüttelnden Geist erkennen, der unsere Pläne immer wieder durchkreuzt.

Dass wir nicht egoistisch nur Sorge tragen für uns selbst,

sondern für deine ganze Schöpfung

und für die Armen, die am meisten unter dem Missbrauch der Schöpfung leiden.

 

Herr wir bitten dich heute auch für all die, die in dieser Wochen auf dieser Baustelle arbeiten.

Schenke ihnen Weisheit, Vorsicht und gute Nerven.

Sei du bei Ihnen, dass niemand zu Schaden kommt.

Segne das Werk ihrer Hände und lass sie spüren,

dass es etwas Besonderes ist an deinem Haus zu arbeiten.

 

Amen

Text der Urkunde in der Kugel unter dem Kreuz

In der Kugel unter dem Kreuz wurden in einer wasserdichten Kapsel eine Tageszeitung vom 15. Juli, die derzeit gültigen Geldmünzen und folgende Urkunde zur Erinnerung an diesen Tag für unsere Nachkommen deponiert:

 

 

Marsberg, den 15. Juli 2021

 

Mit diesem Jahr endet die Kanzlerschaft Angela Merkels. Annette Kurschus ist Präses der Ev. Kirche von Westfalen, Thomas Schröder Bürgermeister der Stadt Marsberg. Es ist das zweite Jahr der Corona Pandemie, die am 11. März 2020 von der WHO zu einer weltweiten Pandemie erklärt wurde und weltweit bis zu diesem Tag für mehr als 4 Millionen Todesfälle verantwortlich ist.

 

In diesem Jahr 2021 nach Christi Geburt, wurde das Kreuz der Emmauskirche am 21. Mai anlässlich der Dachrenovierung von Turm und Kirchenschiff  abgebaut, sandgestrahlt, verzinkt und anschließend neu vergoldet.

Am Donnerstag, dem 15. Juli kehrte es im Rahmen einer Feierstunde zurück an seinen angestammten Platz und weist von nun an weiter darauf hin, wessen Botschaft in diesem Gotteshaus verkündet wird.

 

Seine Vergoldung will zeigen, dass aus einem grausamen Folterinstrument ein Symbol für die kostbarste Botschaft geworden ist, die uns Menschen geschenkt ist.

Das Kreuz ist

-         Symbol der Liebe Gottes, die keinen von uns aufgibt

-         Symbol des Lebens, das stärker ist als der Tod.

-         Symbol der Hoffnung, da wo andere nur Hoffnungslosigkeit sehen können.

 

Daran erinnert seit der Einweihung im Jahr 1864, ein Kreuz auf dem Turm der Emmauskirche, gemeinsam mit den Kreuzen auf den anderen Kirchtürmen in unserer Stadt.

 

Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden;

uns aber, die wir selig werden ist es Gottes Kraft.  1. Kor. 1, 18

 

Darauf vertraut diese Gemeinde, die im Jahr der Kirchenrenovierung von folgenden Presbyterinnen und Presbytern geleitet wird:

 

Erika Gerstmann (Kirchmeisterin)            Artur Radke (Baukirchmeister)

Elke Dropmann                                Thomas Krispin

Dr. Knut Linsel                                Lydia Matuschinski

Johannes Radke                                       Martina von Rüden

Dr. Jörg Wilhelm Schünemann         Sigrid Wahle

 

 

Dem Pfarrteam gehören an:

 

Pfarrerin Katharina Günther            

Pfarrer Markus Pape , Vorsitzender des Presbyteriums    

Vikarin Katrin Pferdmenges

Filmclip